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Recht / Zivilrecht 
Freitag, 23.08.2019

Erbschaft nach gesetzlicher Erbfolge: Anfechtung einer Ausschlagung ist bei beachtlichem Irrtum möglich

Wenn Verstorbene keine Regelungen für das Erbe getroffen haben, gilt die gesetzliche Erbfolge. Verwandte, die so zu Erben werden, können das Erbe ausschlagen. Das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied, dass Betroffene, wenn sie bei der Ausschlagung einem beachtlichen Irrtum unterlagen, die Ausschlagung anfechten und somit rückgängig machen können (Az. 3 Wx 166/17).

Ein Mann war ohne Testament gestorben. Nach der gesetzlichen Erbfolge erbten daher seine Witwe und die beiden gemeinsamen Kinder. Diese wollten jedoch, dass nur ihre Mutter erbt, und dass sie selbst erst nach deren Tod an die Reihe kommen. Deshalb schlugen sie ihr Erbe aus. Hierdurch wurde die Mutter allerdings nur zu drei Vierteln Erbin. Das restliche Viertel erhielt nach der gesetzlichen Regelung der Bruder des Vaters. Davon hatten die Kinder nichts gewusst. Die Kinder fochten daraufhin ihre eigene Ausschlagung an.

Das Gericht hielt die Anfechtung für rechtmäßig. Wenn sich jemand bei der Ausschlagung beachtlich irrt, kann er diese anfechten und somit den vorherigen Zustand wiederherstellen. Hier sei es den Kindern gerade darum gegangen, mit ihrer Ausschlagung zu lenken, wer ihren Erbteil erhalten würde. Da sich ihre Vorstellung nicht mit der wahren Rechtslage deckte, sei eine Anfechtung möglich.

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